ginsengDer Ginsenganbau ist sehr arbeitsintensiv und Zeitaufwendig. So kann z.B. in dem Boden, in dem eine Wurzel geerntet wurde ein ganzes Jahrzehnt kein Ginseng mehr angebaut werden, da diese sonst auf Grund der fehlenden Nährstoffe bereits im Boden verfaulen würde.

Der Ginseng wächst in 400m bist 700m Höhe, auf Kaliumreichen böden und liebt im Sommer Temperaturen zwischen 20 und 25°C. Im Winter sind 1° bis 14°C optimal, jedoch sind für den Ginseng auch kleine Mengen Schnee überhaupt kein Problem.

Im Sommer sollte der Niederschlag zwischen 1100mm bis 1300mm betragen und im Winter zwischen 700 bis 2000 mm.

Der Boden in dem ein Ginseng gewachsen ist braucht nach der Ernte bis zu 10 Jahre Ruhezeit. Auch die Samenbildung beginnt bei Ginseng in der Regel erst nach dem 4 Jahr, nach der Keimung.

Ginseng BerryWenn die Beeren reif sind, werden sie von den Farmern gepflückt und die Samen im Anschluss von dem Fruchtfleisch befreit.

Aber auch der Samen des Ginsengs hat seine Eigenheiten, so braucht ein Ginsengsamen mind. 18 bis 24 Monate um zu keimen. Nach dem der Samen gekeimt ist braucht er weitere 4 bis 6 Jahre um für die Ernte vollständig auszureifen. Natürlich kann man eine Ginsengwurzel auch schon früher Ernten, was jedoch zu einer starken Qualitätsminderung führt, da die Wirkstoffkonzentration sich erst über viele Jahre hinweg aufbauen muss.

Neben der Geduld, die man für den Ginseng mitbringen muss, ist es auch wichtig ihn täglich mit der richtigen Menge Wasser, der Ginseng mag keine Staunässe, Dünger sowie den korrekten Licht- und Schattenverhältnissen auszustatten. Der Ginseng brauch etwas Licht um zu wachsen, gibt man ihm jedoch zu viel Licht geht er sehr bald ein. Farmer schirmen die Pflanze oftmals mit Strohmatten vor zu starker Sonneneinstrahlung ab.

Heutzutage haben die Ginsengbauern jedoch einige Tricks um den Anbau etwas zu beschleunigen:

  • Behandlung des verbrauchten Bodens mit Spezialdünger oder sogar der kompletter Austausch des alten Bodens.
  • Das Vorkeimen der Ginsengsamen kann die Zeit ebenfalls verkürzen. Farmer legen dazu die Samen in einem feuchten Sandgemisch, wodurch die harte Schale der Samen schneller aufbricht. Dadurch können die Keimlinge bereits im Herbst desselben Jahres in ein Gemisch aus Dung und Mulch eingepflanzt werden.

Durch die oben genannten Tricks kann die Wurzel teilweise bereits im 4. Jahr mit vollwertiger Wirkstoffkonzentration geerntet werden.

Auf Grund dieser aufwendigen Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass Ginseng guter Qualität nicht ganz günstig auf dem Weltmarkt zu bekommen ist.

 

Verarbeitung

Direkt nach der Ginsengernte wird dieser von den Farmern mit frischem Wasser gereinigt. Früher wurde der Ginseng dann in der Sonne getrocknet. Da die Wurzel zu 70% aus Wasser besteht ist dies unbedingt notwendig, da diese sonst verderben würde.

Ginseng TrockenHeute erfolgt die Trocknung in speziellen Öfen oder in Gefriertrocknern.

Um den sog. Roten Ginseng herzustellen wird der frisch geerntete Ginseng mit heißem Wasserdampf behandelt. Diese Behandlung lässt den Ginseng rötlich verfärben. Der Unterschied zu dem bekannten weißen Ginseng ist also ausschließlich die Verarbeitung.

Früher war der Rote Ginseng wertvoller als der weiße Ginseng, da dieser aufgrund der Behandlung wesentlich länger haltbar war. Heute ist dies durch die Verwendung moderner Verfahren allerding nicht mehr notwendig.

 

Ginseng Pulver

Zur Herstellung von Ginseng Pulver wird die getrocknete Wurzel fein gemahlen.

Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass die Wirkstoffe unverdünnt und vollständig eingenommen werden können.

 

Ginseng Extrakt

Um Ginseng Extrakt herzustellen werden die Wurzeln in Alkohol eingelegt. Der Alkohol entzieht dem Ginseng die Wirkstoffe. Anschließend wird der Flüssigkeit der Alkohol durch Verdampfen entzogen.

 

Ginseng Kapseln

Ginseng Kapseln werden mit Pulver oder Extrakt gefüllt. Der Vorteil von Kapseln ist die relativ einfache Einnahme dieser.

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Quellen:

Ginseng – das Geheimnis des grünen Goldes: Kultur, Verarbeitung, Wirkung; Peter Klock; 1993

Die Heilkraft des Ginseng: Natürlich gesund mit der Wurzel des ewigen Lebens; Ingrid Pfendtner; München 1999

Über Ginseng: Ein Wissenschaftler berichtet; Stephen Fulder; Bonn 1985

Botanica: Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild; Gordon Cheers; Köln 2003

Wunderkräfte der Natur – Alraune, Ginseng und andere Wurzelwunder; Marie Luise Kreuter; Genf 1998

Ginseng, Legende und Wirklichkeit; Anton Maria Kirchdorfer; München 1983

Das Buch vom Ginseng: Anwendung, Wirkung, Heilkraft; Stephen Fulder; München 1995

Ginseng: Heilkaraft aus der Wunderwurzel des Ostens; Dr. Günter Harnisch; Bietigheim 1998

 Brief Introduction of Panax ginseng C. A. Meyer. In: The Korean Academy of Medical Sciences: Journal of Korean medical science; Taik-Koo Yun; Seoul 2001,

Ginseng neu gesehen, Protokoll einer ungewöhnlichen Heilpflanzen; Manfred Rumrich; Stuttgart 1993